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TitelseiteArtikel & ReiseguidesReisebericht aus Tansania: Osiligilai Maasai Lodge

Reisebericht aus Tansania: Osiligilai Maasai Lodge

30 April, 2019
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Im März 2019 besuchte unsere Afrika-Expertin Winnie die Osiligilai Maasai Lodge in Tansania, wo sie die Kultur der Masai hautnah erleben konnte.

Masai

Es ist Viertel nach sechs, als ich Martha vor meiner Hütte höre. Hier kommt Ihr Kaffee, Madame – meint sie. Ich danke ihr erfreut und nehme Wasser, Kaffeepulver und Tasse entgegen. Ich habe mit offener Tür geschlafen. Hinter ihr kann ich die Umrisse des Kilimandscharos erkennen, der langsam im ersten sanften Licht des Morgens sichtbar wird.

Ich bin in der Osiligilai Maasai Lodge, die gut zwei Autostunden von Moshi in Tansania entfernt ist. Angekommen bin ich gestern. So etwas Schönes habe ich noch nie gesehen. Die Landschaft erinnert an das Hochland. Karg mit niedrigen Büschen, vielen Steinen und golden-grünem Gras. Es ist flach hier, aber am Rande dieser Landschaft erheben sich Hügel und Berge – auf der einen Seite der majestätische Kilimandscharo, auf der anderen Seite der Mt. Meru.

Savanne

Auf dem Weg hierher kamen wir an kleinen Masai-Dörfern vorbei. Die Kinder liefen dem Auto nach und winkten, so wild sie konnten. Ziegen blockierten die Straße. Auf den Hügeln konnten wir ab und zu die Umrisse von einsamen Masai erkennen, die vielleicht – genau wie ich – die Aussicht bestaunten.

Die Masai-Lodge wurde von einem tüchtigen Geschäftsmann der Masai errichtet, der große Träume für sein Volk hat. Wie er richtig erzählte, als ich mit ihm gesprochen habe: Wenn unsere Kühe sterben, weil es nicht regnet, sterben auch wir. Unsere Kinder sollen in die Schule gehen. Wir müssen lernen, wie wir auf andere Weise überleben können, ohne unsere Kultur und Traditionen zu vergessen. Er sparte also Geld und baute diese Lodge, in der er nun Gäste wie mich empfängt. Hier erlebt man die Masai-Kultur wirklich hautnah, ohne beim Komfort Kompromisse einzugehen. Es gibt hier sowohl einen Pool als auch eine Sauna. Die 11 Hütten sind alle mit einer Toilette und fließendem Wasser (warm!) für die Dusche ausgestattet.

Schwimmbad in Osiligilai

Als wir ankamen, wurden wir mit Gesang und Tanz empfangen. Die Masai sind ein fröhliches Volk. Sie lächeln viel, ihr Tanz strotzt nur so vor Energie. Sie können unglaublich hoch springen. Es ist beinahe so, als hätten sie an jedem Unterschenken große Federn. Wir erfuhren, dass man ein Masai-Dorf nicht eher betreten darf, bevor man Kuhblut getrunken hat. Ein junger Masai erklärte: Wenn man Vegetarier ist, ist es in Ordnung, dass man nicht kostet. Aber es ist am besten, wenn alle ein klein wenig trinken. Es ist nun einmal Tradition. Ich überlegte wirklich, einen Tag lang Vegetarier zu werden. Schließlich aber dachte ich mir „Wenn ich nun schon da bin…“ und machte ein paar Schlucke von der kalten blutroten Flüssigkeit, die mir serviert wurde. Somit war ich willkommen und man zeigte mir meine Masai-Hütte.

Kühe Blut

Meine Begeisterung war beinahe kindlich.

Ich übernachte in einer runden Hütte, die aus Lehm/Matsch mit einem Strohdach besteht. Es gibt eine Holztüre, und mitten im Zimmer steht ein Bett mit wunderschöner roter Bettwäsche und Polstern. Welch ein Kontrast zur Lehmhütte. Hinter einer Halbmauer zeigt Martha mir eine Toilette mit altmodischer Spülung und die Dusche. Bei der Ankunft sah ich mich erstaunt in der Hütte um. Es gibt hier nicht nur Wasser und eine Toilette. Von der Decke hängen hunderte Perlenschnüre mit runden Zierelementen am Ende – alle in verschiedenen Farben, Mustern und Größen. Man geht zwischen ihnen, wenn man in der Hütte herumgeht. Eigentlich ist das wirklich unpraktisch, aber ich weiß, dass ich solche unbedingt auf meiner Terrasse zu Hause aufhängen will, auch wenn das wahrscheinlich nicht auf die Zustimmung meiner besseren Hälfte stößt…. Es ist einfach so gemütlich! Und vom Bett aus hat man eine Aussicht auf den Kilimandscharo.

lodge

Wir bekommen Kaffee angeboten, um das Kuhblut hinunterzuspülen. Danach ist es an der Zeit zum Speerwerfen, erneut mit viel Tanz, Sprüngen und lachenden Gesichtern. Einst waren Löwen das Ziel, aber die Masai töten schon lange keine Löwen mehr. Die jungen Männer sind daher lediglich eifrig, einen großen Holzstumpf zu „töten“. Als dieser schließlich erlegt ist, steht die Sonne so niedrig am Horizont, dass es an der Zeit für einen „Sundowner“ ist. Wir werden über kleinen Wegen durch das hohe Gras auf eine Anhöhe mit herrlicher Aussicht auf die Landschaft, den Kilimandscharo und den Mt. Meru geführt.

speer

Bei mehr Tanz, Snacks und einem kalten Bier stehen wir in der warmen Abendsonne und sehen, wie sie hinter dem Mt. Meru untergeht. Es ist einfach so unglaublich schön hier. Gras, kleine Hügel und wunderschöne Farben – lila, rot, gelb und orange, eine wahre Lichtshow der Sonne an diesem Abend – soweit das Auge reicht.

Als es dunkel wird, bietet man uns eine weitere echte Masai-Delikatesse an: Ziege, die über dem Lagerfeuer gegrillt wird. Normalerweise esse ich nicht einmal Lamm, aber „Wenn ich nun schon einmal da bin…“ (und es wird mir gesagt, dass die arme Ziege meinetwegen geschlachtet wurde!), nehme ich das Ziegenfleisch an, das ich angeboten bekomme. Es schmeckt wirklich unglaublich nach Ziege und ist so zäh wie ein Stück Kaugummi. Ich muss gestehen, als zur großen Verzweiflung des Küchenpersonals plötzlich eine Katze um unsere Beine strich, ist mir möglicherweise ein wenig Ziegenfleisch „aus der Hand gefallen“. Glücklicherweise sind meine Reisekollegen sehr angetan von der gebratenen Ziege und essen das meiste, während ich mich auf das dreigängige Menü freue, das mich anschließend erwartet ?.

barbecue

Gesättigt von Erlebnissen und Essen lege ich mich in meiner Masai-Hütte nieder. Ich schlafe wie ein Baby, bis Martha mich mit dem Kaffee weckt.

Ich springe aus dem Bett, nehme meine Shuka (typische Masai-Decke) und setze mich auf meine kleine Terrasse. Vor mir liegt der Kilimandscharo in all seiner Pracht. Die Sonne geht gerade auf. Plötzlich erscheint sie direkt am Gipfel des Berges. Mir läuft es kalt über den Rücken. Ich denke an all die Bergsteiger, die mitten in der Nacht aufgestanden sind und gerade jetzt am Gipfel Uhuru Peak stehen. Sie sehen dieselbe Sonne wie ich.

Kaffee mit Blick auf den Kilimanjaro

Ich fühle mich unglaublich privilegiert. Ich war so viel auf Reisen. Ich habe gesehen, wie die Sonne über Uluru in Australien aufgeht, einen weiteren Sonnenaufgang vom Gipfel des Tafelbergs in Cape Town und die Mitternachtssonne über einem See im Norden Schwedens. Ich habe gesehen, wie die Sonne den Grand Canyon im ersten sanften Licht des Morgens rot einhüllt und wie sie ihre Strahlen auf den Anden tanzen lässt. Dieser Morgen mit Aussicht auf den Kilimandscharo – in der Osiligilai Maasai Lodge – mit einer Tasse Kaffee in der Hand, gehört nun zu meinen Erinnerungen an zauberhafte Sonnenaufgänge.

Sonnenaufgang

Das einzige Problem dabei? Der Kaffee schmeckt nach Ziege!

Winnie, Aufsafari.de

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